Das zweite Jahr des BMBF-geförderten Forschungsprojektes „DeineStadt“ geht dem Ende entgegen. Beim Konsortialtreffen am 18. November 2025 tauschten sich alle Partner*innen – die Landeshauptstadt München, Technische Universität Darmstadt, High Vision GmbH und wer denkt was GmbH – umfassend über den aktuellen Projektstand und die weitere Entwicklung aus.
Drohnenbefliegung und Komplexität der Modellierung
Für die Datenerhebung wurde das Untersuchungsgebiet im Münchner Stadtkern mit einer Drohne in ca. 70 Metern Höhe durch High Vision beflogen. Daraus entstand ein detailliertes 3D-Gebäudemodell, das auf dem städtischen Straßenmodell basiert.

Um die enorme Komplexität des Modells handhabbar zu machen, entwickelte die High Vision GmbH ein Toolset. Mithilfe dieses Systems wird das Modell in Kacheln mit unterschiedlichen Detailstufen unterteilt, was es für die Nutzung in Spielengines optimiert.
Während der Datenerhebung und Aufbereitung wurden zusätzlich manuell Objekte wie Fahrzeuge und geparkte Autos entfernt, um ein sauberes und performantes Modell zu gewährleisten.
„Bewegte Objekte wie Passanten und Fahrzeuge filtert das System automatisch aus, weil sie während des zweieinhalbstündigen Drohnenflugs ihre Position ständig verändern und somit keine stabilen Punktwolken entstehen.“ (Alexey Vasyunin, High Vision GmbH)
Fortschritte in der Spielkonzeption
Die Beta-Version des Spiels wurde beim Treffen vorgestellt. Auf Grundlage der Rückmeldungen aus den Co-Creation Workshops mit Planer*innen und Spieler*innen in München konnte die TU Darmstadt das Spielkonzept weiterentwickeln.
Das Team implementierte fünf Missionstypen (Exploration, Routing-Quests, Points of Interest, Creation und Varianten-Vergleich) sowie vier verschiedene Feedbackmethoden, um die Spielerfahrung realistisch und wirkungsvoll zu gestalten.

Erprobung und Evaluation: Beteiligungsstudie im März 2026
Beim Treffen wurde das Studiendesign für die Beteiligungsstudie vorgestellt, die im März 2026 in München durchgeführt wird. Die Studie setzt auf zwei Schulklassen mit jeweils etwa 25 Jugendlichen, die in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Das Konsortium plant, durch diese Vergleichsstudie fundierte Erkenntnisse zu Evaluationszwecken zu gewinnen und die Methodik weiterzuentwickeln.
Dabei wurde bereits über notwendige nächste Schritte diskutiert, um das dritte und letzte Projektjahr gezielt vorzubereiten.
Ausblick
Das Projekt befindet sich auf der Zielgeraden. Mit dem erfolgreich vorgelegten Spielkonzept, der technischen Infrastruktur und den klaren Evaluationsplänen sind die Grundlagen für eine aussagekräftige Beteiligungsstudie gelegt. Die Übertragbarkeit auf andere Kommunen wie Griesheim wird im dritten Jahr erprobt – ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung der Vision, dass partizipative Stadtentwicklung durch digitale Spielumgebungen unterstützt werden kann.

